Spitzkehren fühlen sich oft instabil an. Genau in dem Moment, in dem du auf einem Bein stehst und drehst, wird es wacklig. Meist liegt es nicht an fehlender Kraft. Sondern an eingeschränkter Beweglichkeit, fehlender Aufrichtung und mangelnder innerer Stabilität. Genau hier setzen diese fünf Yoga-Übungen an. Sie trainieren dein Standbein, verbessern die Hüftrotation, öffnen die Brustwirbelsäule und stärken deine innere Aufspannung – damit deine Spitzkehren ruhiger, kontrollierter und sicherer werden.
Hier findest du die einzelnen Inhalte im Überblick:
INHALTSVERZEICHNIS
Warum die Spitzkehre oft instabil wird
Spitzkehren fühlen sich oft wacklig an. Genau in dem Moment, in dem du auf einem Bein stehst und drehst, wird es unsicher.
Was dann passiert, kennst du vielleicht:
- Du bist einen Moment unkonzentriert
- Das Standbein fühlt sich instabil an
- Der Ski rutscht nach hinten weg
- Die Bewegung wird hektisch und plötzlich ist der Halt weg
Die Ursache liegt selten in fehlender Kraft. Meist fehlen Beweglichkeit, innere Aufspannung und eine klare Organisation im Standbein.
Wer viel sitzt, verliert mit der Zeit genau diese Stabilität. Die Hüfte rotiert weniger frei, das Zentrum trägt nicht mehr selbstverständlich, auch die Füsse reagieren träger. Und wenn dann noch der Gedanke kommt: „Hier darf ich auf keinen Fall stürzen“, wird die Bewegung enger.
Die gute Nachricht: Das lässt sich trainieren.
Mit gezielten Übungen kannst du Standstabilität, Hüftrotation und Aufrichtung so verbessern, dass sich die Spitzkehre wieder ruhig und kontrolliert anfühlt.
Fünf Yoga-Übungen für stabile und sichere Spitzkehren
Diese fünf Übungen trainieren genau die Bereiche, die in der Spitzkehre wichtig sind: Standbein-Stabilität, Hüftrotation, Brustwirbelsäulen-Rotation und innere Aufrichtung.
Du kannst sie einzeln üben oder als kurze Sequenz kombinieren.
Krieger 3 – Standbein-Stabilität für die Kehre

Krieger 3 verbessert die Stabilität im Standbein – genau dort, wo die Spitzkehre entschieden wird.
Ausgangsposition:
Aufrechter Stand. Die Fusspunkte im Standbein bewusst ausrichten: Grosszehengrundgelenk, und Mitte der Ferse verbinden sich klar mit dem Boden. Das Becken bleibt zentriert.
Am Kronenpunkt ziehst du dich nach oben zur Decke, die Arme strecken sich über den Kopf. Dann neigt sich der Oberkörper nach vorne, während das andere Bein gestreckt nach hinten hebt – nur so weit, wie die Stabilität im Standbein erhalten bleibt.
Worauf du achtest:
- Becken bleibt parallel zum Boden
- Standbein entspannt gestreckt
- Fusspunkte klar geerdet (Grosszehen-, Kleinzehengrundgelenk, Fersenmitte)
- Wirbelsäule lang – Scheitel und Ferse ziehen auseinander
- Becken bewusst zentrieren und über die Vernetzung des Levator ani (hier gibt es einen blog artikel dazu) Halt im Becken aufbauen
Wirkung für die Spitzkehre:
- stabileres Standbein
- präzisere Gewichtsübertragung
- mehr Sicherheit beim Umsetzen des freien Skis
Typischer Fehler:
Becken öffnet zur Seite, Fusspunkte sind unsauber ausgerichtet, die vernetzte Tiefenmuskulatur ist nicht aktiv.
Tiefer Ausfallschritt (Anjaneyasana) – Bewegliche Hüfte

Anjaneyasana schafft Raum in der Hüfte – damit der Ski weiter und freier umgesetzt werden kann.
Ausgangsposition:
Aus dem Vierfussstand das rechte Bein zwischen die Hände nach vorne bringen und mit dem hinteren Bein so weit nach hinten rutschen, bis das vordere Knie über dem Fussgelenk steht. Dann den Oberkörper aufrichten.
Fortgeschrittene Variante: Aus dem herabschauenden Hund das rechte Bein nach vorne zwischen die Hände setzen.
Worauf du achtest:
- Becken sinkt gleichmässig nach unten
- Oberkörper bleibt aufgerichtet
- Vorderes Knie steht über dem Fussgelenk
- Ferse des hinteren Beins zieht leicht nach innen und öffnet somit die Leiste
Wirkung für die Spitzkehre:
- mehr Beweglichkeit in den Hüftbeugern
- leichteres Vorbringen und Umsetzen des Skis
- grössere, kontrollierte Bewegungen
Typischer Fehler:
- Ausweichen ins Hohlkreuz statt Öffnung aus der Hüfte.
- Die hintere Ferse zeigt nicht nach innen.
- In die Gelenke „hineinhängen“ statt Halt aus der Aufspannung der Tiefenmuskulatur (Psoas gibt hier Stabilität).
Steilhang (Variante vom Stuhl im Yoga) – Kraft und Kontrolle im Stand

Diese Variante stärkt den unteren Rücken und fördert die Beweglichkeit im Becken – genau die Qualität, die du beim Skifahren brauchst.
Ausgangsposition:
Aufrechter Stand, hüftgelenksschmal. Die Bewegung wird aus den Leisten angeführt: Die Leisten ziehen nach hinten, die Knie beugen sich, der Oberkörper neigt sich schräg nach vorne – als würdest du dich auf einen Stuhl setzen.
Die Leisten werden lang und stell die Sitzknochen vor, als würden sie wie scheinwerfer weit nach hinten leuchten, die Kreuzbeingelenke werden weit.
Worauf du achtest:
- Gewicht klar hinter die Fersen (Zehen können locker anheben)
- Knie zeigen exakt nach vorne
- Knie bleiben über den Sprunggelenken
- Wirbelsäule bleibt lang
Wirkung für die Spitzkehre:
- Kraft und Länge im unteren Rücken
- trainiertes Fussgewölbe für besseren Halt
- mehr Stabilität in der Belastungsphase
Typischer Fehler:
Gewicht verlagert sich auf die Zehen.
Der untere Rücken rundet sich, das Becken kippt – die Kraft kommt aus den Beinen statt aus der tiefen Rückenorganisation.
Malasana, Tiefe Hocke für Bewegliche Sprunggelenke und starke Beine

Malasana (Tiefe Hocke) verbessert die Beweglichkeit in Sprunggelenken und Hüften, gibt aber auch kraft in die beine – wichtig für tiefe, stabile Positionen.
Ausgangsposition
aus dem stand, Füsse etwas mehr als Hüftbreit. Langsam nach unten setzen zwischen die beine, knie zeigen nach aussen
Worauf du achtest:
- Zehen zeigen nach aussen
- Fusspunkte gut ausrichten, steissbein und kronenpunkt ziehen auseinander
- Knie folgen der Fußrichtung
Wirkung für die Spitzkehre:
- mehr Beweglichkeit in Hüfte und Sprunggelenk
- stabilere Positionen bei langsamen Bewegungen
- kraft in den beinen (sofern das becken ein paar cm angehonen ist)
Typischer Fehler:
Der Rücken wird rund und das Gewicht fällt nach vorne.
Zu tief nach unten sitzen und somit in die Hüftgelenke hängen.
Drehung der Brustwirbelsäule – Rotation für die Vorbereitung der Richtungsänderung

Diese Übung verbessert die Rotationsfähigkeit der Brustwirbelsäule – wichtig, um hangwärts aufzudrehen und den Skistock in die neue Richtung zu platzieren.
Ausgangsposition
Aufrechter Sitz am Boden oder auf dem Stuhl. Exakt auf den Sitzknochen ausrichten. Der Kronenpunkt zieht am gedachten goldenen Faden zur Decke, die Wirbelsäule richtet sich in natürlicher Länge auf.
Hände zuerst an die Schultern tippen, Ellbogen zur Decke heben, Unterarme aufklappen und Hände verschränken. Von dort aus aus der Brustwirbelsäule drehen.
Worauf du achtest:
- Rotation aus der Brustwirbelsäule
- Becken bleibt stabil
- Wirbelsäule wächst zuerst in die Länge
Wirkung für die Spitzkehre:
- bessere Rotationsfähigkeit
- kontrollierteres Umsetzen der Ski
- Atemvolumen verbessert sich
Typischer Fehler:
Die Rotation kommt aus dem unteren Rücken statt aus der Brustwirbelsäule.
Unterer rücken wird rund beim sitzen weil das becken kippt.
Warum Yoga für Skitouren hilft
Gerade Menschen, die beruflich viel sitzen und wenig körperlichen Ausgleich haben, profitieren besonders von gezielter Bewegungsarbeit. Denn genau dort entstehen oft die Einschränkungen, die sich in der Spitzkehre bemerkbar machen.
Typisch sind:
- verkürzte Beinrückseiten
- eine unbewegliche Hüfte
- eingeschränkte Rotation im Oberkörper
In der Spitzkehre zeigt sich das sofort. Der Bergski kommt nicht weit genug nach hinten, weil die Drehung aus der Hüfte zu klein bleibt. Oder der Brustkorb öffnet sich zu wenig – dadurch wird der Stock zu weit oben im Hang eingesteckt, und der hangseitige Ski, der in die neue Gehrichtung gestellt werden soll, steht zu steil.Die Bewegung wird enger. Anstrengender. Und oft auch unsicherer.
Mehr Beweglichkeit heisst gelenkfreundlicher unterwegs sein
Wenn Hüfte, Beinrückseite und Brustkorb wieder freier werden, verändert sich die Qualität deiner Touren. Die Rotation wird grösser und klarer. Der Stock wird stimmiger platziert. Der Ski setzt flacher an, statt steil in den Hang zu drücken.
Ganz praktisch bedeutet das:
- weniger Druck in Hüfte und Knie
- weniger Ausweichbewegungen
- mehr Ruhe in der Kehre
- mehr Sicherheit im steilen Gelände
Du musst dafür kein Leistungssportler werden. Aber wenn dein Körper wieder beweglicher und organisierter arbeitet, tourst du deutlich gelenkfreundlicher.
Spitzkehre Skitour: Aufdrehen im Oberkörper
Die Spitzkehre wird leichter, wenn die Bewegung im Oberkörper beginnt – nicht im Bein.
Viele versuchen zuerst, den Ski anzuheben oder herumzureissen. Dadurch wird die Bewegung schwer, das Standbein instabil und die Kehre hektisch.
MEIN TIPP:
Drehe zuerst den Oberkörper hangwärts auf – bevor sich das Bein bewegt.
Bevor du den Ski umsetzt, öffnet sich dein Brustkorb zur Hangseite. Genau hier entsteht die neue Richtung. Erst wenn diese Weite da ist, folgt die Hüfte – und dann das Bein.
Der Ablauf ist klar:
- Talseitiges Bein stabilisieren
- Oberkörper hangwärts aufdrehen
- Stock in die neue Richtung setzen
- Erst dann das hangseitige Bein aus der Hüfte drehen
Die Rotation im Oberkörper gibt der Bewegung Führung. Das Bein folgt – statt zu kämpfen.
Stabilität im Steilhang: Warum Präsenz hilft und du sie gezielt trainierst
Im Steilhang entscheidet nicht nur Technik, sondern mentale Präsenz.
Wenn es steil wird, zeigt sich sofort, ob du gesammelt bist – oder innerlich schon im Zweifel.
Typische Gedanken kennst du vielleicht:
- „Oh nein, jetzt kommt die Spitzkehre.“
- „Hoffentlich rutsche ich nicht weg.“
Sobald Angst oder Unsicherheit übernehmen, verliert dein Körper Spannung. Der Halt im Standbein wird schwächer – und die Bewegung unruhig.
Was du stattdessen trainieren kannst
Präsenz ist trainierbar.
Im CANTIENICA®-Yoga schulst du genau die Fähigkeiten, die du im Steilhang brauchst:
- Bewusstes Spüren deiner Fusspunkte
- Aktivierung deines tiefen Zentrums
- Aufrichtung aus der inneren Länge
- Ruhige, klare Atmung
Wenn du deinen Körper von innen her organisierst, entsteht Vertrauen.
Du stehst stabil. Du bleibst klar. Und die Spitzkehre verliert ihren Schrecken.
Genau daran arbeite ich im CANTIENICA®-Yoga – online und im Training. Wenn du regelmässig Impulse für stabile, bewegliche und sichere Bewegungen bekommen möchtest, trag dich gern in meinen Newsletter ein.
